Fritz Kofler - Die Grün-Alternative Liste
Das Team:
| Bewerber | Listennummer |
|---|---|
| Kofler Friedrich | 1 |
| Mag. Payer Silvia | 2 |
| Mag. Rathmayr Markus | 3 |
| Ranisch Peter | 4 |
| Mag.(FH) Mitterhuber Beate | 5 |
| Schwarzinger Christian | 6 |
| Kovacs Judit | 7 |
| Kneuer Marcel | 8 |
| Mag. Dr. Kofranek Manfred | 9 |
Info: Liste FRITZ KOFLER - Grün-Alternative in der UBIT
Interview mit Fritz Kofler
Wissensarbeit als Motor der Wirtschaft
Als Fachgruppenobmann hat Fritz Kofler in den letzten fünf Jahren die Interessen der Mitglieder vertreten. Im Interview zieht er Bilanz über die bisherige Arbeit der grün-roten Koalition und wagt einen Blick in die Zukunft der UBIT-Branchen.
Für welche wahlwerbende Liste treten Sie an?
Wir treten bei den Wahlen 2010 als Namensliste „Liste Fritz Kofler - Grünalternative in der UBIT“ an, um so den WählerInnen die Sicherheit für die Fortsetzung der bisherigen Arbeit zu geben und, weil wir uns als eingespieltes Team verstehen, dass gemeinsam für eine Politik der Offenheit, der Nachhaltigkeit und der Fairness eintritt.
Als Sie die UBIT Wien vor fünf Jahren als Fachgruppenobmann übernommen haben, was war Ihr Eindruck von der Interessensvertretung?
Zum Zeitpunkt der letzten Wahl fehlte dem Team der UBIT das Wissen um die Arbeitssituation und die Problemstellungen unserer Mitglieder. Wir haben dann zu Beginn unserer Arbeit eine Studie zur Arbeits- und Lebenssituation der UBIT-Mitglieder gemacht, die schließlich der Ausgangspunkt für eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Thema WissensarbeiterInnen war. Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch unsere Arbeit. Wir haben erkannt, dass die Erwerbstätigkeit als EPU, eine für die Aufgabenstellung adäquate Unternehmensform für alle in der UBIT vertretene Berufsgruppen, darstellt. EPU sein wurde und wird in der traditionellen Kammerorganisation oft nicht als erfolgreiches Unternehmertum angesehen - Erfolg hängt dort vom Wachstum ab. Der größte Teil der UBIT Mitglieder entspricht also nicht dem traditionellen Unternehmerbild der Wirtschaftskammer, in der meist etablierte UnternehmerInnen ihr veraltetes Unternehmensbild vertreten. Die neuen Entwicklungen kommen hier also in der Wahrnehmung und der Vertretung zu kurz. In der UBIT bedarf die Vertretung der InformationstechnologInnen besonders stark. Zum einen waren sie nicht ihrer Mitgliederzahl entsprechend repräsentiert und zum anderen war das inhaltlich überholte Bild großer Systemhäuser Leitbild der Vertretung. Das was sich seither geändert hat ist, dass die UBIT begonnen hat, die EPUs in ihrer Rolle ernst zu nehmen und Sie in Ihrer Arbeit so zu unterstützen, dass nicht nur neue Mitarbeiter zum Erfolg führen, sondern auch Vernetzung ein Weg sein kann.
Wie steht die UBIT Wien heute da?
Was uns zweifellos gelungen ist, ist der bessere und direktere Kontakt zu den Mitgliedern. Als UBIT informieren wir regelmäßig, setzen Vortragsveranstaltungen um und vernetzen die Mitglieder und die Branchen. Aber auch umgekehrt ist der Anteil der Mitglieder gestiegen, die sich aktiv an der UBIT Arbeit beteiligen.
Was wurde für die Mitglieder erreicht?
Im IT-Bereich wurde das Thema Datenschutz und Datensicherheit zu einem Fokus. Das neue Sicherheitspolizeigesetz und die Datenvorratsspeicherung betreffen direkt die Arbeit eines großen Teils unserer Mitglieder. In der öffentlichen, politischen Diskussion rund um dieses Thema wurden die Interessen der UBIT-UnternehmerInnen oft außer Acht gelassen. Daher wurden entsprechende Kampagnen zur Wahrnehmung dieser Interessen umgesetzt. Weiters konnten wir deutlich machen, welchen hohen Stellenwert die IT in der Wiener Wirtschaft bereits einnimmt und das für eine politische Schwerpunktsetzung, ein sehr hohes politische Potential da ist. In diesem Sinne wurden auch die Beziehung und die Kontakte zur Stadt Wien enger geknüpft. Die UnternehmensberaterInnen haben sehr stark von den EPU Aktivitäten, aber auch von den Internationalisierungsbemühungen der UBIT profitiert. Hier spielt das Thema einer guten Vernetzung eine noch größere Rolle als bei den ITlern. Bei den BuchhalterInnen standen zunächst die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen im Vordergrund. In der Weiterbildung sind erste Schritte erfolgt, aber hier sehen wir noch viel Potential für einen Ausbau in den kommenden Jahren.
Welche Themen sind offen geblieben?
In Wien ist der Strukturwandel natürlich am deutlichsten und somit nimmt die Wiener Situation Entwicklungen vorweg, die in anderen Bundesländern erst bevorstehen. Offen geblieben sind daher primär Themen, die einer offenen parteiunabhängigen Zusammenarbeit auf Bundesebene bedürft hätten. Dies gilt ganz besonders für Themen wie den IT Kollektivvertrag oder die allgemeinen Vertragsbedingungen, betrifft aber auch die Wechselwirkungen zwischen unseren Berufen und dem Bildungssystem. Hier wird sich in den kommenden Jahren eine Änderung ergeben müssen oder es muss eine Veränderung gegebenenfalls auf lokaler Ebene erfolgen.
Wo liegen ihrer Meinung nach die zukünftigen Herausforderungen für die Berufsgruppen?
Der Wert von Wissensarbeit und die ökonomische Bedeutung von Wissen müssen stärker im öffentlichen Bewusstsein und in der Wirtschaftspolitik verankert werden. Traditionelle Sichtweisen messen zum Beispiel die Anzahl von Arbeitsplätzen, irgendwelche Produktionsmengen oder direkt generierbare Umsätze. Wissensarbeit schafft im Gegenzug die Voraussetzungen für zukünftige Erfolge ohne unmittelbar, bewertbar zu sein. Das muss sowohl theoretisch als auch praktisch bearbeitet werden. Lobbying für diese Art der Arbeit muss also in Zukunft ein Ziel der UBIT-Arbeit sein, genauso wie die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Thema Kooperationen und dem aktiven Setzen von Initiativen zur verstärkten Vernetzung innerhalb der Branche.
Welchen Weg möchten Sie mit der UBIT Wien in den nächsten fünf Jahren gehen?
Was verstärkt in Angriff genommen werden muss, ist die Außensicht der Berufe. Also wie die Öffentlichkeit, die in der UBIT, vertretenen Berufe wahrnimmt. Dazu zählt auch, dass größere Auftraggeber in Ihrer Beschaffungspolitik entsprechend kleinteilig ausschreiben und so auch Kooperationen von mehreren kleinen Unternehmen eine Chance erhalten, an größeren Projekten mitzuwirken.
